Was gilt es zu beachten, beim Kauf eines Keramikgrills?

Kamado-Grills sind immer beliebter. Dank Ihrer Vielseitigkeit und hervorragenden wärmespeichernder Eigenschaften erfreuen Sie sich wachsendem Interesse und somit wächst die Zahl der Anbieter auf dem Markt kontinuierlich. Mit der steigenden Anzahl der Anbieter wächst auch die Zahl der zu vergleichenden Faktoren, die für den Kauf individuell berücksichtigt werden sollten. Mit diesem Beitrag möchten wir helfen auf wichtige Unterschiede hinzuweisen und die Kaufentscheidung zu vereinfachen.

1. Lieferumfang

Deutliche Unterschiede gibt es bereits bei der Ausstattung des Keramikgrills. Während manche Hersteller wirklich nur den Keramikkorpus im Lieferangebot haben und man den Rollwagen und essentielle Zubehörs wie z.B. eine Deflektorplatte einzeln dazu kaufen muss, bieten andere Marken mit einem "Starterpaket" oder im Standard Lieferumfang ein wesentlich besseres Angebot. Nützliche Zubehörs zu einem Kamado sind unter anderem:

  • Wagen mit Rollen für die Mobilität
  • Seitentische als Ablagefläche
  • Rostheber für die Handhabung heisser Roste
  • Deflektorplatte für indirektes Grillen
  • Multilevel Rostsystem für Nutzung mehrerer Hitzezonen
  • Wetterschutzhaube für Schutz gegen Witterung und Überwinterung
  • Zusatzroste für mehr Grill- und Kochfläche
  • Aschetool für die Entsorgung der Asche

2. Kochbereich und Grillgrössen

Ein wichtiger Punkt ist die Grössenangabe eines Keramikgrills. Es lohnt sich das Augenmerk auf das Kleingedruckte zu lenken. Ist mit der Angabe in Zoll oder Zentimeter der Grillrost gemeint oder die Grösse des Aussendurchmessers. Der durchschnittliche Kamado-Grill hat einen Durchmesser von ungefähr 18 Zoll. Es gibt jedoch auch Keramikgrills die bis zu 24 Zoll und mehr messen. Es gibt auch Hersteller, die Ihre Grössenangabe bei genauerem Hinsehen inklusive ausgeklappter Seitentische angeben. Ausschlaggebend sollte für Sie als Käufer jedoch die reine Kochfläche sein. Diese wiederum kann durch einen zweiten Rost auch teilweise verdoppelt oder verdreifacht werden, je nach Marke.

Beachten Sie bei der Auswahl, dass Keramikgrills die perfekten BBQ-Smoker darstellen und dass hier bei der Wahl eines zu kleinen Modells z.B. kein Brisket oder keine grosse Schweineschulter hineinpasst. 

"Wer zu klein kauft, kauft zweimal". 

Es lohnt sich also immer bei der jeweiligen Marke den effektiven Kochbereich auszurechnen und nachzufragen, ob es Zusätzliche Rosterweiterungen für mehr Grillfläche gibt.

3. Material

Zusätzlich zum Grillkörper verfügen Kamados über Hardware wie den Grillrost, die oberen und unteren Dämpfer, Griffe, Deckelbänder und die Scharnierbaugruppe. Typischerweise wird Kamado-Grills aus Gusseisen, Edelstahl, lackiertem Stahl oder einer Kombination der drei hergestellt. Edelstahl ist langlebig, korrosionsbeständig und leicht zu reinigen. Bei dem Grillrost ist Edelstahl ebenfalls ein bewährtes Material. Es gilt je dicker, desto langlebiger. Viele Menschen bevorzugen Gussroste, die die Wärme besser übertragen, mehr Röstaromen erzeugen und ein schönes Grillmuster liefern. Sie müssen aber gehegt und gepflegt werden, um Rostbildung zu vermeiden. Edelstahlroste hingegen sind pflegeleicht, rösten aber nicht so gut an. Lassen Sie die Finger von billigen verchromten Ausführungen oder emaillierten Porzelanrosten, die bei einigen Kamados verwendet werden. Sie haben weder die hitzespeichernde Eigenschaft von Guss, noch die langlebigkeit von Edelstahl.

Achten Sie auf Qualität des Scharniers und die Verarbeitung der Bänder. Weitere Unterschiede gibt es im Material der Dichtungsbänder. Wir empfehlen z.B. eine Fiberglasdichtung einer Filzdichtung vorzuziehen, da diese langlebiger ist und gleichzeitig feuerfest. Dichtungen gehören bei Keramikgrills jedoch zu den Verschleissteilen wie beim Auto die Reifen. Ein Austausch wird auf Dauer notwendig sein.

Während traditionelle Kamado-Grills aus Keramik gefertigt sind, die Wärme aussergewöhnlich gut absorbieren und Feuchtigkeit speichern und Essen saftig und zart halten gibt es mittlerweile einige Marken, die begonnen haben Stahl-Kamados herzustellen. Sie haben den Vorteil mit einem Bruchteil des Gewichts auszukommen und nicht anfällig vor Brüchen oder Rissen zu sein. Sie verwenden eine doppelwandige Isolierung um eine ähnliche Wärmespeicherung von Keramikgrills zu erreichen. Die Effizienz und Effektivität bei der Keramik ist jedoch unübertroffen.

4. Garantie

Auch hier sollte bei jedem Anbieter oder Händler geprüft oder nachgefragt werden, ob neben einer gesetzlichen Gewährleistung eine Garantie auf die Keramikgrills besteht. Bei den Keramikgrills kann von einer extrem langen Lebensdauer ausgegangen werden, jedoch kann es immer passieren, dass durch z.B. Produktionsfehler ein Spung in der Keramik entsteht. Inwieweit solche Ereignisse unter falscher Handhabung oder Kulanz des Verkäufers geregelt wird sollte ebenfalls individuell abgeklärt werden.

5. Lieferkosten

Keramikgrills können einige Kilos auf die Wage bringen und sind deshalb mitunter sehr teuer im Versand. Klären Sie rechtzeitig, ob hier beim Kaufabschluss noch eine teure Überraschung afu Sie zu kommt, oder ob der Verkäufer (bei Onlinekauf) Gratisversand anbietet.

6. Gesamtpreis

Die oben aufgeführten Faktoren tragen erheblich zu den Endkosten eines Grills bei. Berücksichtigen Sie diese Faktoren und berücksichtigen Sie sie im Gesamtpaket und im Preis. Um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen, schauen Sie sich genau an, was Sie für den Preis erhalten. Zum Beispiel scheint der Kauf des billigsten Kamado-Grills zunächst eine attraktive Option zu sein, bis Sie nach Hause kommen und feststellen, dass Sie das gesamte benötigte Zubehör separat kaufen müssen. Sobald alles addiert ist, können die Endkosten höher sein als der Grundpreis eines All-Inclusive-Kamado-Grills.


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